Konzeption - 6

Table of contents

 

Thematischer Schwerpunkt im Kindergartenjahr 2016/2017:
In diesem Kitajahr werden wir als thematischen Schwerpunkt die alltagsintegrierte Sprachförderung und die Partizipation in den Vordergrund stellen.

Kinderbeteiligung erweist sich als Kernelement einer zukunftsweisenden Bildungs- und Erziehungspraxis, sie ist ein Schlüssel zu Bildungsqualität und Demokratie und spielt für die Erweiterung der Sprachkompentenz eine Schlüsselrolle. 

Die sprachliche Entwicklung der Kinder gehört neben der Sozialerziehung zu den wichtigsten Aufgaben der Kindertagesstätte und darf nicht dem Zufall überlassen bleiben.

Sie soll alle Kinder erfassen: sowohl die, die sprachlich schon sehr gut entwickelt sind und ihren Hunger nach sprachlicher Betätigung stillen müssen, als auch Kinder mit fremder Muttersprache oder Kinder, die Sprachdefizite aufweisen.

Sprache und Literacy

Sprachkompetenz ist eine Schlüsselqualifikation und sie ist eine wesentliche Voraussetzung für schulischen Erfolg.

Durch Laute, Gestik und Mimik versucht das Kind von Anfang an mit seiner Umwelt zu kommunizieren.

Sprache erwirbt ein Kind nicht nur beim Zuhören, sondern bei der aktiven Sprachproduktion, beim Sprechen.

Sie lernen Sprache nicht nur über Nachahmung, sondern auch in der Beziehung zu Personen die ihnen wichtig sind.

Sprache entwickelt sich in der Familie, in Alltagssituationen ( z.B. beim Einkaufen und in der Gemeinschaft mit anderen Kindern).

Mit Laut- und Sprachspielen, Reim- oder Silbenspielen entwickeln Kinder eine kreative Lust an der Sprache, ein Bewusstsein für Sprachrhythmus und für die lautliche Gestalt der Sprache.

Wertschätzung und Förderung von Merhsprachigkeit und "Deutsch lernen" sind kein Wirderspruch, sondern Zielsetzungen, die sich gegenseitig ergänzen.


Ganzheitliche Sprachförderung heißt für uns:

  • Das Kind wird in seiner Gesamtpersönlichkeit mit seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten wahrgenommen
  • Die Unterstützung setzt an den Bedürfnissen und Interessen der Kinder an, um das Selbstwertgefühl der Kinder zu stärken
  • Sprache wird durch die Anregung aller Sinne erlernt
  • Sprachförderung geschieht in einer Atmosphäre, in der den Kindern selbst und ihrer Kultur mit Wertschätzung begegnet wird
  • Durch die Akzeptanz der Muttersprache wird diese aufgewertet und als Bereicherung empfunden
  • Sprachentwicklung benötigt die Kooperation mit Eltern
  • Sprachförderung im Kindergarten baut auf den bereits im Elternhaus erworbenen Fähigkeiten auf
  • Damit Kinder vielfältige sprachliche Anregungen erhalten, wird die Sprachförderung im Tagesablauf zum durchgängigen Prinzip
  • Sprachentwicklung basiert auf Alltagssituationen und wirkt in diesen nach
  • Wir geben der Kinderliteratur neuen Raum
  • Erzählen und Vorlesen als Standardangebot
  • Besuch der Stadtteilbibliothek
  • Im Kindergarten wird die Zielsprache Deutsch als vorrangige Sprache gesprochen
  • Durch Empfehlung von Spezialisten können spezielle Sprachentwicklungsstörungen rechtzeitig diagnostiziert und Therapien in die Wege geleitet werden
  • Sprachstandserhebung in der Zweitsprache ( Erstellung der Beobachtungsbögen Sismik und Seldak)
  • Intensive Kleingruppenarbeit mit Förderkonzept
  • In Zusammenarbeit mit Grundschullehrern der Gustav-Stresemann-Schule und der Grundschule Kottern- Eich bieten wir Deutsch- Vorkurse Vorkursefür 5-6jährige und  für4-5jährige Kinder mit Migrationshintergrund an
  • Beim Bielefelder Screening (Lese- und Rechtschreibschwäche) wird auf Wunsch der Eltern ein Test für die angehenden Schulkinder angeboten. Für Kinder mit Förderbedarf findet das Würzburger Trainingsprogramm täglich im Kindergarten statt).

 

 

                                                                     Erzähle mir und ich vergesse. Zeige mir und ich erinnere. Lass es mich tun und es wird ein Teil von mir. (Konfuzius)

 

 

2012 hat das gesamte Team an einer Fortbildung zum Thema "Partizipation" teilgenommen.

Partizipation:

Partizipation bedeutet angemessene Mitwirkung an Entscheidungsprozessen und am Leben einer Kindertagsstätte.

Kinderbeteilig verändert die Erwachsenen-Kind-Beziehung und stellt das Handeln mit den Kindern in den Mittelpunkt. Wesentlich ist, dass Erwachsene ihre Interessen einbringen und klare standpunkte formulieren, ohne dabei Kinder zu bevormunden.

Pädagogisches Ziel ist die Entwicklung von Selbstvertrauen, Selbstverantwortung und Entscheidungsfreude des KIndes in gemeinsam mit dem pädagogischen Personal beschlossenen Aktionen und Unternehmungen.

Das Kind beteiligt sich an Entscheidungen, die sein Leben in der Einrichtung betreffen. Es entwickelt Bereitschaft zur entwicklungs- angemessenen Übernahme von Verantwortung, gestaltet seine Lebens- und sozialen Nahräume aktiv mit. Es erlangt die Überzeugung, Einfluss nehmen zu können, und erwirbt mit der Zeit Fähigkeiten und Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe. Dies umfasst insbesondere Kompetenzen:

 

Fähigkeiten Und Bereitschaft zur demokratischen Teilhabe

  • Grundverständnis darüber erwerben, dass man anstehende  Aufgaben und- entscheidungen hemeinsam lösen bzw. treffen kann
  • eigenen Standpunkt bzw. eigene Meinung einbringen und überdenken
  • andere Ansichten anhören und überdenken
  • sich damit abfinden und es aushalten, wenn die eigene Meinung und Interessen nicht zum Zug kommen (Frustrationstoleranz), sich der Merhheitsenscheidung fügen
  • erfahren, dass man erreichen und selbst etwas bewirken kann und dies hinterher dann auch verantworten muss; nach und nach bewusste Entscheidungen treffen lernen
  • Einsicht gewinnen in Regeln und Strukturen von Mehrheitsentscheidungen und Minderheitsschutz
  • Bedeutung von Regeln für das Zusammenleben und deren Veränderbarkeit erfahren

 

Beschwerdeverfahren für Kinder

 

Einmischen ist Beschweren ist erwünscht

Die Möglichkeit der Beschwerde für Kinder erfordert von Fachkräften Respekt gegenüber den Empfindungen der Kinder und die ensicht, dass es auch von Seiten der Erwachsenen Unvollkommenheiten, Fehlverhalten, Misslingen und Verbesserungsmöglichkeiten gibt.

Nur auf dieser Grundlage können Kinder erfahren, dass 

  • sie Beschwerden angstfrei äußern können
  • ihnen Respekt und Wertschätzung entgegengebracht werden,
  • sie bei Bedarf individuelle Hilfen erhalten
  • Fehlverhalten von Seiten der Erwachsenen eingestanden wird und Verbesserungsmöglichkeiten umgesetzt werden

 

Der Morgenkreis ist neben dem alltäglichen Miteinander ein Rahmen, in welchem Kinder sich über Dinge, die ihnen missfallen, beschweren können. Darüber hinaus lernen die Kinder, innerhalb eines Kinderparlaments ein demokratisches Miteinander kennen.

 

 

 

(Seite 7 von 10)
E-Mail Drucken